Schon in grauer Vorzeit fühlten sich die Menschen auf dem Gebiet des heutigen Fühlinger Sees wohl. Sie hinterließen Werkzeuge und Haushaltsgerät, und sogar die Gräber ihrer Vorfahren. Das Gebiet um den Fühlinger See gehört zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten der prähistorischen Frühgeschichte und der römischen Antike im Kölner Raum.
So wurden beispielsweise in der Fühlinger Heide bei Ausgrabungsarbeiten die Stoßzähne eines Mammuts, Messer aus Quarzft und Muscheln sowie kleine Feuersteingeräte gefunden. Um 2000 v. Chr. lebten in Fühlingen und Merkenich Vertreter der Glockenbecherkultur. Nachweislich erhalten ist ein Glockenbecher aus einem Grab vom nördlichen Teil des jetzigen Fühlinger Sees, der im Römisch-Germanischen Museum Köln in der ständigen Ausstellung zu sehen ist.
Aus der Zeit der Besiedlung durch keltisch-germanische Eburonen um 500 v. Chr. stammen zahllose Urnengefäße und Näpfchen, die man in früheisenzeitlichen Hügelgräbern in Höhe des heutigen Freibades am See gefunden hat. Als Schnitt in der Geschichte kann man die Besiedlung durch die Römer ab 50 v. Chr. betrachen teil: die Römer bauten nördlich vor den Toren Naherholungsgebietes und der Regattabahn zum
Kölns eine Kette von Kastellen (siehe Rheinkas- gastronomischen Betrieb umzugestalten. Da im
sel) und Handelsstraßen wie die alte Römerstraße Jahre 1964 bei den Olympischen Spielen von
und die Neusser Landstraße. Sie legten aufgrund Mexiko die neue „Disziplin Kanu" zugelassen
naher Tonvorkommen, der zentralen Lage und der wurde, mußten die ursprünglichen Planungen, die
wirtschaftlichen Bedeutung bei Fühlingen und sechs Bahnen vorsahen auf neun Bahnen verän-
Feldkassel ein überregionales Produktionszent- dort werden. Da in östliche Richtung keine Ver-
rum für Baumaterial (Ziegeleien) an. Gebrannte breiterung möglich war, mußte die Mühle wei-
Dach- und Mauerziegel sowie Zierziegel (Antefi- chen. xe) aus dieser Zeit sind bei Ausgrabungsarbeiten
gefunden worden. Im 19. Jahrhundert führten die neuen Landesher-
Nach dem Abzug der Römer und der Landnahme ren, zuerst die Franzosen, dann die Preußen (ab
durch die Franken blüht die bäuerliche Kultur des 1815) zahlreiche Reformen durch. Die Bevölke-
Kölner Nordens. Die Städter werden zum einen rung der Stadt Köln wächst so schnell, daß die
mit den Erzeugnissen der Region versorgt, zum mittelalterlichen Stadtmauern niedergelegt wer-
anderen werfen die zu den Kirchen gehörenden den müssen, um Wohnraum zu schaffen. Ländereien rund um Worringen und Fühlingen
viel Geld ab. Dies trägt dazu bei, die schönen 1884 wurde der nördliche Teil der Fühlinger Hei-
Kölner Stiftskirchen (romanische Kirchen) zu de, ca. 96 Morgen unterhalb des Ortes Fühlingen,
bauen. von der Fühlinger Gemeinde für 120 Mark pro
Im Jahre 1288 diente die Fühlinger Heide als Morgen an den Baron Eduard von Oppenheim
Heerlager der aufmarschierenden Truppen für die verkauft. Der Erlös trug entscheidend zum Bau
Schlacht bei Worringen. Nach der Schlacht von der Fühlinger Kirche bei. Baron von Oppenheim
Worringen werden die Stadt Köln und das Gebiet ließ in der Heide eine Pferderennbahn anlegen
im Kölner Norden von verschiedenen Herren re- sowie das Haus Fühlingen mit angrenzendem
giert: die Stadt Köln von den reichen Kölner Bür- Park an der Neusser Landstraße 5 errichten. Die
gern und große Teile des Rheinlandes (auch das Reitbahn konnte nicht lange betrieben werden;
Gebiet des heutigen Fühlinger Sees) vom Erzbi- zum einen aus wirtschaftlichen Gründen, zum an-
schof, dem späteren Kurfürsten. Fast 800 Jahre deren aufgrund widriger Bodenbeschaffenheiten.
lang (von 989 bis 1794) untersteht der Kölner Daher wurde der Reitbetrieb in die 3 Hallen hin-
Norden Kirche und Erzbischof.