Als Fühlingen noch zu Worringen gehörte
Bürgenmeisterei Worringen 1815-1922
Das spätere Gebiet der
Bürgermeisterei Worringen gehörte vor den territorialen Veränderungen in
Auswirkung der Französischen Revolution zum Erzstift Köln und wurde vom Amt Hülcherath verwaltet. Die Ortschaften Lange! und
Rheinkassel unterstanden einer gemeinschaftlichen herzoglich - bergischen und
kurkölnischen Verwaltung.
Mit der Eingliederung der
Rheinlande in das Königreich Preußen (1815) blieb die französische
Kommunalverfassung bestehen. Die Bürgermeisterei Worringen wurde in ihren alten
Grenzen durch die am 20. April 1816 in Kraft gesetzte Verwaltungsneugliederung
der preußischen Länder am Rhein aus dem Kanton Dormagen herausgelöst und dem
Landkreis Köln angegliedert. Bis zur Eingemeindung nach Köln im Jahre 1922 blieb
das Gebiet der Bürgermeisterei unverändert.
Eine von den Gemeinden
Fühlingen und Weiler 1869 beabsichtigte Bildung von Spezialgemeinden scheiterte
am Widerstand der Oberbehörden.
Bürgermeister war zur
damaligen Zeit von 1797-1832 Franz Adam Cremerius aus
Worringen. Von 1832-1835 (kommissarisch) Theodor Bollig aus Worringen. Ihm
folgte von 1835-1866 Heinrich Bender aus Fühlingen. Bender behielt Wohnung und
Amtsstube in Fühlingen bei, lag doch Fühlingen im Herzen des
Bürgermeistereibereiches. All zuviel ist aus seiner Amtszeit nicht bekannt.
Seine kommunale Tätigkeit wird auch bei den einfachen damaligen
Lebensverhältnissen und der nicht sehr großen Zahl der Einwohner wenig
umfangreich gewesen sein. Gewisse Schwierigkeiten mag er wohl im Revolutionsjahr
1848 gehabt haben, als es in der Bürgermeisterei besonders turbulent herging.
Es musste sogar preußisches Militär anrücken, weil bei großen Versammlungen auf
den Rheinwiesen mit fast 8.000 Teilnehmern, bei denen die Sozialistenführer
Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle sprachen,
regierungsfeindliche
Demonstrationen befürchtet wurden.
In seine Amtszeit fielen
auch die Kriege 1864 (Preußen! Dänemark) und 1866 (Preußen Österreich),
Heinrich Bender starb 1~3. Da Fühlingen damals weder Kirche noch Friedhof
hatte, wurde er in Rheinkassel begraben, wo sein Grab noch heute zu finden ist.
Die Schulchronik aus dem
Jahre 1900 vermerkt, das am 01. Dezember, wie im ganzen Reiche, so auch in
Fühlingen und Feldkassel eine Volks- und Obstbaumzählung stattfand. Hierbei
zählte man in Fühlingen 451 und in Feldkassel / Stallagsberg 96 Einwohner
und insgesamt 2.905 Obstbäume.
Matthias Bender folgte
seinem Vater im Amte, welches er von 1866-1907 inne hatte. Er verlegte die
Amtsräume von Fühlingen nach Worringen in sein an der damaligen Bergerstraße
(heute St.Tönnis Straße) gelegenes Wohnhaus.
Die Kassengeschäfte wurden
dagegen weiterhin von einem Rendanten von Fühlingen aus erledigt. Große
Verdienste erwarb sich Matthias Bender um Fühlingen durch seinen tatkräftigen
Einsatz für einen Kirchbau in Fühlingen.
Er starb hoch angesehen
1916 und wurde in Worringen beerdigt.
Der letzte Bürgermeister
war Josef Seul
von 1907-1922, der im Jahr
1908 das fertiggestellte Rathaus in Worringen beziehen konnte.
Am 01. April 1922 erlosch die Selbständigkeit der Bürgermeisterei Worringen.

Ehemaliges Bürgermeisterhaus in Fühlingen, Neußer Landstrasse 75

Später Haushaltswaren Esser