Bericht KSTA. 07.12.09
Mehr Platz für Lebensmittel
Von Petra Wischgoll, 07.12.09, 15:06h
Der Rewe-Konzern baut ein zweites, 55.000 Quadratmeter großes Frischelager, das im August in Betrieb genommen werden soll. Insgesamt 64 Millionen Euro investiert Rewe in den Bau.
Nun geht alles ganz schnell: Im August soll das neue und rund 55 000 Quadratmeter große Frischelager des Lebensmittelkonzerns Rewe eröffnet werden. Jetzt erfolgte der symbolische Spatenstich auf der Baustelle in Langel. „Alle können nun sehen, dass es los geht“, sagte der Leiter der zentralen Logistik, Matthias Bähr.
Insgesamt 64 Millionen Euro investiert Rewe in den Bau. Das neue Frischezentrum wird neben das bereits bestehende, 34 000 Quadratmeter große Lager gesetzt und soll 400 Mitarbeiter beschäftigen - damit vergrößert der Handelsriese seinen Standort im Kölner Norden. Im Gegenzug werden die bestehenden Lager in Hattingen, Hürth-Efferen und dem Eifeltor geschlossen und in Langel zusammen gefasst. Dementsprechend ist geplant, die meisten der 400 Jobs vorrangig an Arbeiter aus den drei Standorten zu vergeben.
Das neue Haus hat eine Länge von 400 Metern, ist 140 Meter tief, 17 Meter hoch. Täglich - an sechs Tagen in der Woche - sollen 200 Lastwagen von Langel aus Frischfleisch, Obst, Gemüse sowie Trocken- und Tiefkühlprodukte liefern. Ziel sind 660 Märkte zwischen Bielefeld und der Grenze zu den Beneluxländern.
Der Verkehr soll über die Robert-Bosch-Straße geleitet werden, vorbei am bestehenden Frischezentrum. Dann müssen die Fahrer der Transporter den nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegebenen Mohlenweg überqueren - bis die seit langem geforderte Umgehungsstraße gebaut wird. Dies soll angeblich spätestens 2011 der Fall sein. „Wir haben für das ganze Areal vor kurzem Baurecht erhalten“, sagte Volker Jansen von der Planungsgruppe Skribbe-Jansen. „Damit können jetzt Fördermittel des Landes NRW für die Umgehungsstraße beantragt werden.“ Bis die Trasse steht, wird eine Brücke gebaut, die den Lasterverkehr unter dem Mohlenweg hindurch führt.
Hintergrund für den Bau des neuen Lagers ist laut Bähr das stetige Wachstum des Handelsriesen in den vergangenen Jahren. „Wir werden weiter wachsen, also muss die Logistik mitziehen.“ Rund 400 000 Quadratmeter Lagerfläche besitzt der Konzern derzeit - bis zum Jahr 2011 sollen vier regionale Zentren mit einer Gesamtfläche von 195 000 Quadratmetern hinzukommen - außer Langel in München, Stuttgart und Berlin. Dazu ist ein nationales Lager in Frankfurt mit einer Größe von 120 000 Quadratmetern geplant. Durch das neue Logistikkonzept fallen dagegen rund 210 000 Quadratmeter Fläche weg - etwa in Hattingen, Hürth-Efferen und dem Eifeltor.
Im Vorfeld hatte der Bau bei vielen Anwohnern für Unmut gesorgt - sie befürchteten mehr Lärm, erhöhten Verkehr und störendes Licht. Dementsprechend handelte Rewe. Das bestehende sowie das neue Frischezentrum erhalten eine begrünte Schallschutzwand, zudem werden weitere Lkw-Parkplätze gebaut. Bereits jetzt wurden Steckdosen am bestehenden Lager installiert, damit die Fahrer Strom für ihre Kühlaggregate ziehen und so den Motor ausschalten können.
Bericht Ksta. vom 19.08.09
Streit um neues Rewe-Lager
Von Petra Wischgoll, 19.08.09,
Bei einer Podiumsdiskussion stellten sich die Lokalpolitiker den Fragen von Bürgerinitiativen und Gästen. Es ging um das geplante Lager, das Rewe im Kölner Norden errichten will, sowie die seit langem geplante Ortsumgehung von Fühlingen. Der Wahlkampf war deutlich merkbar
Langel - „Es geht um den Transport von Meinung und den Transport von Emotionen“, sagte Moderator Matthias Weber zu Beginn der Podiumsdiskussion, zu der die Bürgerinitiative Baff mit den Bürgervereinen Fühlingen und Rheinkassel / Langel / Kasselberg geladen hatte. Thema: Der geplante Bau eines weiteren Rewe-Frischelagers und die seit vielen Jahren geplante Ortsumgehungsstraße Fühlingen. In einem Zelt am Sportplatz Mohlenweg stellten sich die Kommunalwahl-Kandidaten und Chorweiler Bezirksvertreter Cornelie Wittsack-Junge (Grüne), Michael Birkholz (FDP), Bezirksbürgermeister Jürgen Kircher (SPD), Ratsfrau Dagmar Paffen (SPD) und Birgitta Nesseler-Komp, CDU-Ratskandidatin im Kölner Norden, den Fragen der Initiativen und anwesenden Gäste.
Verwirrung wegen Brücke
Zu Beginn erläuterte Anton Harff vom Bürgerverein Fühlingen - und ebenfalls CDU-Ratskandidat für den Kölner Norden - den aktuellen Stand des geplanten Rewe-Lagers. Die anschließende Fragerunde verwandelte sich schnell in ein hitziges Redegefecht - und in manchen Momenten erinnerte sie eher an eine Wahlkampfveranstaltung als an eine sachliche Diskussion. Dabei waren sich alle Vertreter in der Sache eigentlich einig: Rewe kommt, und der Bau der Ortsumgehung Fühlingen ist ein Muss. „Aber der Idealzustand ist es nicht“, kommentierte Moderator Weber. „Ein großer Teil der Bevölkerung in der Gegend will das Gebäude nicht, die Leute sehen es als Verschandelung der Umgebung an.“
Die Fragen an die Lokalpolitiker waren dementsprechend dringend - wenn auch nicht neu. Ob es eine rechtliche Möglichkeit gebe, den Bau des Lagers mit dem Bau der Ortsumgehung zeitlich zu koppeln? Wie sieht es mit dem Baustellenverkehr aus? Was wird in puncto Lärmschutz angeboten? Beteiligt sich die Rewe am Bau der Ortsumgehung? Inwieweit wird sich der Verkehr erhöhen? Und: Wieso darf die Rewe dort überhaupt bauen? „Selbst wenn die Rewe dort nicht baut, wird hier ein Gewerbegebiet entstehen“,verteidigte Kircher das Projekt. So sehe es das bestehende Baurecht vor. Zudem wäre es dann erlaubt, dort Gebäude bis zu 22 Meter hochzuziehen - das Lager der Rewe wird aber nur eine Höhe von 17,50 Metern erreichen.
Verwirrung gab es wegen einer geplanten Brücke, die für den Lkw-Verkehr am Mohlenweg gebaut werden soll und als Provisorium dient, bis die Ortsumgehung fertig gestellt ist. Der Mohlenweg ist nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben und wird viel von Radfahrern und Fußgängern genutzt. Laut Harff gebe es neue Pläne der Rewe, die besagen, dass die Lkw nicht wie ursprünglich geplant bloß unter der Brücke herfahren dürfen, sondern auch darüber. „Stimmt nicht“, konterte Kircher. Lastwagen dürften nur unter der Brücke passieren. Doch trotz aller Kritik wurde das Unternehmen auch gelobt. „Die Rewe bemüht sich, etwas zu tun und den Bürgern entgegen zu kommen“, betonte Harff.
Ein Punkt, an dem sich die Gemüter ebenfalls entzündeten, war der Bau der Ortsumgehung. „Die Stadt verschiebt den Termin immer weiter nach hinten“, so Moderator Weber. Eines ist für Birgitta Nesseler-Komp sicher: „Kein Rewe-Lager ohne Ortsumgehung. Das ist untrennbar.“ Rewe plant den Bau eines Frischelagers im Kölner Norden. Es soll gegenüber eines bereits bestehenden Lagers angesiedelt werden. Heute wird in der Sitzung der Chorweiler Bezirkvertreter um 17 Uhr im Bezirksrathaus Chorweiler, Pariser Platz,über die Offenlage des Projektes entschieden.

